Mayer & Cie. Rundstrickmaschine im Einsatz gegen Mikroplastik: MPU 1.6 im Dienst der Wissenschaft

Pullis und Jacken aus Fleece-Stoff sind so kuschelig wie beliebt. Allerdings scheinen sie unter einem bestimmten Aspekt problematisch zu sein: Die Kleidungsstücke bestehen meist aus Polyester, sprich Plastik, und sondern beim Waschen auch genau das ab, nämlich Plastik im Kleinstformat. Der Effekt ist der Struktur des Stoffes geschuldet: Der rundgestrickte Plüschstoff wird nach dem Färben geraut und geschoren. So bekommt er mehr Volumen, verliert aber auch schnell Fasern. Weil diese so klein sind, besteht der Verdacht, dass Kläranlagen sie nicht komplett herausfiltern und sie so in unsere Gewässer und Meere gelangen können – oder im Klärschlamm auf unsere Felder. Von dort könnten sie, als sogenanntes Mikroplastik, ihren Weg, die Nahrungskette hoch, bis auf unsere Teller finden.

Diesem Problem der Plastikabsonderungen aus Sport- und Outdoor-Textilien widmet sich das Verbundprojekt „TextileMission“. Die Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach ist eine von acht am Projekt beteiligten Organisationen und Firmen (https://www.hn-nrw.de/mikroplastik-in-sport-kleidung/). Ihr Auftrag, neben den Waschtests und der Filtration der Waschflotte: Textile Flächen zu optimieren und neue Flächenkonstruktionen zu entwickeln, die geringere Mengen an Mikroplastik freisetzen.

Zum Arbeitsmaterial von Professorin Ellen Bendt, einer der zwei Projektleiterinnen an der Hochschule, gehört auch eine Rundstrickmaschine. „Rundgestrickter Plüsch ist die Basis für Fleece-Stoffe“, so Professorin Bendt. „Deshalb starten unsere Versuche für emissionsarme Alternativen genau an diesem Punkt.“ Die Hochschule Niederrhein hat dafür eine MPU 1.6 von Mayer & Cie. im Einsatz. Auf diese Maschine für Plüsch, Nicki, Frottee und Fleece sei die Wahl aus zwei Gründen gefallen: „Zum einen wollten wir einen deutschen Hersteller, der bei Fragen schnell vor Ort ist, denn wir sprechen hier ja nicht von einer Standardanwendung“, erklärt Ellen Bendt. „Zum anderen wollten wir uns sicher sein, dass wir im Bereich Strick die technischen Möglichkeiten wirklich komplett ausnutzen.“

Aktuell stecken auf der MPU 1.6 herkömmliche Polyesterspulen. Zwei Materialsätze wurden bereits getestet, viele weitere sollen folgen. Noch sind die Versuche am Anfang, die MPU 1.6 ist nagelneu. Von dem Material Polyester will Ellen Bendt aber nicht grundsätzlich weg, auch wenn natürlich unterschiedlichste Faserstoffalternativen mit bedacht werden: „Wir suchen eine massentaugliche Lösung. Schon allein wegen des Preises muss die Lösung oder Optimierung weiterhin Polyester mit einbeziehen “ Ob sich das Ziel so realisieren lässt, wird sich zeigen. Ganze zwei Jahre Forschungsarbeit stehen im Projekt „TextileMission“ noch bevor.

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