Entwicklung und Zukunft der Rundstrickware
Prof. Wolfgang Schäch, Reutlingen.
Die Maschentechnologie und Bekleidung im Wandel der Zeit.
Die ursprüngliche Aufgabe der Bekleidung, dem Menschen Schutz vor Kälte, Hitze, Feuchte, Verletzungen und anderen unbehaglichen Einflüssen zu gewähren, hat sich im Laufe der menschlichen Entwicklungsgeschichte erweitert. Die aus der Natur direkt verwendbaren Materialien wie Felle oder Leder, erfüllten nicht immer alle Anforderungen und waren auch nicht beliebig verfügbar.
So entwickelte man Methoden, die aus der Natur verfügbaren tierischen und pflanzlichen Faserstoffe mit manuellem Geschick zu textilen Flächen für Bekleidung und auch zu Produkten des täglichen Bedarfs wie Decken, Säcke oder Netze zu verarbeiten. Die Herstellung von Geweben und Handgestricken mit einfachen Werkzeugen aus Holz oder Knochen war schon lange vor unserer Zeitrechnung bekannt, wie alte Funde bezeugen.
Die Vielfalt der in der Natur vorkommenden Faserstoffe hinsichtlich ihrer Struktur und Farbe ermöglichte es, Bekleidung mit unterschiedlichem Erscheinungsbild und unterschiedlicher Außenwirkung herzustellen, die dem Träger zu einer gewissen Individualität und damit einem Auffallen gegenüber seinen Mitmenschen verhalf. Die menschliche Eitelkeit war eine der Triebfedern, einen Teil der geistigen Kreativität und der manuellen Schaffenskraft der Herstellung von Bekleidung mit hohem Geltungswert und vorteilhafter Außenwirkung zu widmen. Die Bekleidung war die wichtigste und oft einzige Habe des einfachen Menschen und kein Konsumartikel wie heute. Die Geschichte zeigt, dass es um die Bekleidung Verstorbener oft heftigen Streit gab.
Die zunehmende Bevölkerung erforderte einen wachsenden Bedarf an Bekleidung und war der Ansporn, sich Gedanken um eine mechanisierte Fertigung von Bekleidung zu machen. Die Entwicklung der Technologien zur Herstellung von Textilien erfolgte nicht isoliert, sondern immer im Umfeld der zu einer gewissen Zeit verfügbaren und bekannten allgemeinen Technologie. Ein Webstuhl kann im Prinzip ganz aus Holz gebaut werden und ohne metallische Teile auskommen. Seine Entwicklung setzt nicht die Erfindung der Metallgewinnung und Metallbearbeitung voraus.
So ist es auch zu verstehen, dass die Mechanisierung des Maschenbildungsprozesses mit metallischen Werkzeugen, wie Nadeln und Platinen etc., erst möglich wurde, als die Feinmechanik durch den ebenso wichtigen Bau von Uhren und Waagen einen gewissen technischen Standard erreichte.
Die Erfindung der selbsttätig arbeitenden Zungennadel vereinfachte den Maschenbildungsvorgang durch den Wegfall von Nadelpressen zum Schließen des Nadelkopfes. Dies war auch die Voraussetzung zur Entwicklung der Stricktechnologie mit einzeln beweglichen und einzeln ansteuerbaren Nadeln schon vor mehr als 150 Jahren.
Moderne Fertigung von Strickmaschinen
Bis heute erfolgte die Weiterentwicklung von Flach- und Rundstrickmaschinen sowie deren Arbeitselementen immer im Gleichklang mit der jeweils verfügbaren modernsten Herstellungstechnologie der Feinmechanik, wie z.B. NC- und CNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschinen. Damit war die Fertigung hoher Maschinenfeinheiten mit engen Toleranzen wie auch von Maschinen mit hoher Systemdichte in der Großserienfertigung möglich. Strickmaschinen waren schon immer - um es mit einem modernen Begriff zu charakterisieren - "High-Tech-Produkte", die im Gegensatz zu manch anderen technischen Produkten wegen ihrer engen Verknüpfung mit der Mode und dem sich wandelnden Zeitgeist immer kurzfristig anpassungsfähig sein mussten.
Mit der serienmäßigen Herstellung von rechnerisch ermittelten, optimierten Schlosskurven konnten die dynamischen Kräfte beim Maschenbildungsvorgang reduziert werden. Dadurch wurden eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit, eine höhere Laufruhe und ein geringerer Verschleiß und damit eine längere Lebensdauer der Maschine und seiner Komponenten erzielt. Dieser technologische Fortschritt ist bis heute Stand der Technik.
Der Einsatz der Schiebernadel und der Relativtechnik - von Mayer & Cie. zur Serienreife entwickelt und seit Jahren erfolgreich im Markt - oder beides kombiniert bei Rundstrickmaschinen wäre ohne eine präzise mechanische Bearbeitungsmöglichkeit nicht möglich gewesen, da hier wenigstens zwei oder drei Schlosskurven an einer Vielzahl von Stricksystemen sehr genau aufeinander abgestimmt verlaufen müssen, um den gewünschten harmonischen Maschenbildungsvorgang mit geringer Garnbelastung und einer gleichförmigen und gefälligen Maschenoptik zu erreichen.
Die Elektronik als Wegbereiter der Automation
Ein weiterer Faktor, der die Mustermöglichkeiten, die Bedienungsfreundlichkeit, die Bedienungssicherheit und die Überwachung der Produktion wesentlich verbessert hat, ist die Einführung der elektronischen Steuerung bei allen Komponenten der Rundstrickmaschine. Die Entwicklung zur Automation der Rundstrickmaschinen und der "Just-in-Time"-Fertigung ist damit vorgezeichnet, wie es zum Beispiel das von Mayer & Cie. erstmals auf der ITMA '99 vorgestellte MCTmatic System aufgezeigt hat. Dieses neue technische Konzept einer vor allem mechanisch-elektrischen Automation ist jetzt zur Serienreife entwickelt.
Marktentwicklung
Die erforderliche Menge an Maschenwaren zur Deckung des notwendigen Bedarfs an Bekleidung zum Schutz gegen Witterungseinflüsse ist durch die weltweit vorhandene Kapazität an Rundstrickmaschinen einigermaßen abgedeckt. Der Markt an unbedingt notwendigen Bekleidungstextilien ist im Prinzip gesättigt. Und dennoch - die wechselnde Mode und der Wert der Bekleidung als Statussymbol bei allen Altersklassen sowie weitere Einsatzgebiete im Sport- und Fitnessbereich und auch außerhalb der Bekleidung lassen einen weiteren Bedarf an spezieller, sehr anwendungsorientierter Rundstrickkapazität für spezielle, flexible und qualitativ hochwertige Einsatzgebiete erwarten.
Außerdem gibt es bei technischen Textilien bereits umfangreiche Einsatzgebiete, die im Zuge der Weiterentwicklung dieser Einsatzsparten die Nachfrage nach Rundstrickware erhöhen wird. Dabei muss allerdings auch die Weiterentwicklung anderer textiler Produkte wie Flachstrick-, Kettenwirk- und Webwaren, sowie Vlies- und Verbundstoffe als Konkurrenz- oder Ergänzungsprodukte in Betracht gezogen werden.
Wo hat die Rundstricktechnologie ihre Basis-Stärken?
Unter allen Technologien zur Herstellung von textilen Stoffen als Meterware hat die Rundstricktechnologie, auch bei vielsystemigen Maschinen, die kürzeste Rüstzeit, weil sie die Fäden direkt von der Garnspule abarbeitet und deshalb im Vergleich zu an deren Stoffherstellungsverfahren den geringsten Garnvorrat benötigt. Aufträge können sehr kurzfristig erledigt werden und auch kleinere Mengen sind noch wirtschaftlich herstellbar.
Die Rundstricktechnologie ist die kostengünstigste Methode zur Herstellung von modischen Stoffen.
Die Rundstrickmaschine ist ohne besondere Modifikation für ein breites Spektrum verschiedener Garne und Fasern einsetzbar. So können sowohl Fasergarne aus unterschiedlichen Faserstoffen oder Faserstoffmischungen wie auch Filamentgarne unterschiedlicher Aufmachung auf ein und derselben Maschine verarbeitet werden.
Genauso ist die Verarbeitung unterschiedlicher Garne und Fasern in einem Produkt, entweder als Systemmischung oder mit der Plattiertechnik von mehreren Fäden möglich.
Bei entsprechender technischer Auslegung können auf einer Maschine Garne in einem breiten Garnstärkenbereich verarbeitet werden und in Verbindung mit einem weiten Einstellbereich der Maschine lässt sich damit auch ein breites Qualitätsspektrum erzielen.
Der kontinuierliche Maschenbildungsprozess beim Rundstricken und sanfte Fadenumlenkungen bedeuten eine konstante und niedrige Garnbeanspruchung und damit weniger garnbedingte Maschinenstillstände. Die Folge - ein hoher Nutzeffekt.
In Bezug auf den Tragekomfort hat Rundstrickware durch ihre Elastizität und Verformbarkeit entscheidende Vorteile, die sich über die Bekleidung hinaus auch bei technischen Gestricken in vielen Anwendungsbereichen positiv darstellen.
Warenvielfalt
Die einfache Rechts/Links-, Rechts/Rechts- und Interlockware aus Faser- oder Filamentgarnen wird immer Basis von Rundstrickwaren sein und einen gewissen Grundbedarf, auch in hoher Qualität, befriedigen.
Mit steigender Lebensqualität und dem Wunsch auf individuellere Bekleidung werden hinsichtlich Design und Qualität andere Ansprüche gestellt. Es sind vielseitigere Produkte notwendig und die produzierten Mengen pro Produkt sinken notgedrungen. Gerade die Freizeit, mit ihren vielen Möglichkeiten der sportlichen Gestaltung und die "Spaßgesellschaft" verlangen kurzfristig modische und funktionale Produkte.
Die zeitgerechte Herstellung solcher Produkte erfordert einen sehr flexiblen Maschinenpark mit einem breiten Spektrum an Mustermöglichkeiten und kurzer Rüstzeit. Allerdings - nur eine rechtzeitige schnelle Verfügbarkeit sichert hier einen guten Absatz und die notwendige Rendite.
Verfügbare Technologie
Nadelauswahl
Eine bewährte Technologie ist die Kombination aus Hochleistung und Nadelauswahl mit Nadeln unterschiedlicher Fußanordnung bei konventionellen Rechts/Links-Maschinen, Rechts/Links-Maschinen mit Relativtechnik und Rechts/Rechts-Maschinen (Acht-Schloss-Technologie). Moderne Maschinen arbeiten mit 2 bis 6 Nadelkanälen zur Nadelauswahl im Zylinder und 2 Kanälen in der Scheibe. Ein jeweils weiterer Kanal steuert den Arbeitsfuß zur Einstellung der Maschenlänge. Die Nadeln werden in allen Phasen ihrer Bewegung durch geschlossene Kanäle zwangsgeführt.
Die Musterumstellung erfolgt durch Tausch von Schlossteilen für Rundlauf, Fang, Masche und Abstützen. Mit kombinierten Schnellspann-/Zentriereinrichtungen lässt sich der Schlosstausch rasch und präzise durchführen. Mit diesen schnelllaufenden, hochproduktiven Maschinen kann eine Vielzahl von Strukturen mit unterschiedlicher Optik und verschiedenen physikalischen und physiologischen Eigenschaften produziert werden. Rundstrickstoffe für Normal- und Sportbekleidung wie für technische Anwendungen sind rundgestrickt sehr produktiv.
Für kleine Mengen und/oder größere Musterfelder - maximal bis zum Zylinderumfang - bieten sich Rechts/Links- und Rechts/Rechts-Jacquardmaschinen mit elektronisch gesteuerter Einzelnadelauswahl an, deren Arbeitsgeschwindigkeit zwar etwas geringer ist, die jedoch eine sehr kurze Rüstzeit benötigen und musterbezogen die größte Flexibilität aufweisen.
Faden-/Garnauswahl
Rundstrickmaschinen verarbeiten bei dem selben Produkt unterschiedliche Fasern/Garne. Die einfachste Möglichkeit ist, an verschiedenen Systemen Garne aus unterschiedlichen Faserstoffen oder mit unterschiedlicher Garnstruktur zu verarbeiten. Dies kann an jeder Standardmaschine erfolgen. Die maximale Musterhöhe entspricht der Systemzahl der Maschine.
Eine zweite Möglichkeit - an einem System werden zwei unterschiedliche Garne zugeführt, wobei das eine Garn, der Grundfaden, durch das andere, den Plattierfaden abdeckt wird. So liegt zum Beispiel bei einer Rechts/Links-Ware auf der technologisch rechten Seite der Plattierfaden obenauf während auf der technologisch linken Seite der Grundfaden liegt. Zum sicheren Plattieren muss die Maschine entsprechend ausgestattet sein. Dazu gehören Plattierfadenführer, Nadeln mit Plattierkopf, zwei Fadenliefereinrichtungen pro System und bei Rechts/Links-Maschinen teilweise auch eine andere Form und eine andere Bewegung der Einschließ-/Abschlagplatine.
Fadenwechseleinrichtungen/Ringelapparate an jedem System ermöglichen es, unterschiedliche Fäden in beliebigen Sequenzen unabhängig von der Systemzahl zu verarbeiten. Bei den meisten Ringelapparaten stehen vier Fäden zur beliebigen Auswahl zur Verfügung.
Die Programmierung der Auswahl erfolgt mit Hilfe der Elektronik. Die Bewegungen zum Ein- und Auslegen, Klemmen und Schneiden der zu wechselnden Fäden sind meist mechanisch gesteuert.
Mit der Ringeleinrichtung werden nicht nur beliebige Mustereffekte oder beliebige Bereiche mit unterschiedlichen Eigenschaften hergestellt, sondern auch für eine nachfolgende Bearbeitung/Konfektion in der Länge abgepasste Rapporte. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Artikelwechsel auf der Maschine zu verkürzen. Wenn zum Beispiel für den laufenden Artikel nur die Fäden 1 und 2 der vier möglichen Fäden benötigt werden, können die Fäden für den Folgeartikel schon auf Position 3 und 4 platziert und beim Artikelwechsel dann kurzfristig eingesetzt werden.
Verarbeitung von Elasthan-Garnen
Während die Verarbeitung von umsponnenen Elasthan-Garnen (Core-Garnen) auf Standardmaschinen möglich ist, braucht man für die Verarbeitung von nackten Elasthan-Garnen besondere Einrichtungen. Die meisten Elasthangarne für Rundstrickmaschinen werden nackt und im Plattierverfahren verarbeitet. Eine besondere Zuführeinrichtung (Elasthan-Fournisseur) für diese Fäden ist deshalb notwendig, um die Fäden mit einer definierten und konstanten Dehnung dem Maschenbildungsprozess zuzuführen.
Probleme bereiten elasthanhaltige Rundstrickstoffe insofern, als der beim Aufwickeln des Gestrickschlauches entstehende Seitenbug sich in kurzer Zeit fixiert und nicht mehr entfernbar ist, so dass sich die nutzbare Warenbreite für den Zuschnitt auf die Hälfte des Schlauchumfanges reduziert.
Neuentwickelte Entdoubliereinrichtungen an Rundstrickmaschinen schneiden und entdoublieren den Schlauch direkt nach dem Stricken und wickeln über die gesamte Breite bis zu 160 cm verzugfrei auf. Dies geschieht alles automatisch innerhalb der Maschine, ein Warenbug wird somit ausgeschlossen.
Plüsch-Gestricke
Plüschgestricke sind auf Rundstrickmaschinen in allen Variationen als glatter Plüsch, Ringelplüsch und als Jacquard-Plüsch in Farb- oder Hoch-Tief-Technik herstellbar. Im Vergleich zu anderen textilen Plüsch-/Velours-Technologien wie z.B. Web- oder Raschelware, verbinden sich bei Rundstrickmaschinen kurze Rüstzeit mit hoher Produktionsleistung bei bester Qualität. Die Möglichkeit des nachträglichen Scherens der Plüschhenkel und die Erzielung weicher und geschlossener Oberflächen bieten viele Einsatzgebiete bei Bekleidung und Heimtextilien wie auch im Automobilsektor.
Variable Stoffweite. Anpassungsmöglichkeiten an den Markt.
Rundstrickmaschinen sind langlebige Investitionsgüter und sollen während ihrer langen Nutzungszeit möglichst vielen sich wechselnden Marktanforderungen gerecht werden. Vor allem bei Rundstrickstoffen für den technischen Sektor, die in großen Mengen mit genauer Spezifikation benötigt werden, ist der Schnittabfall ein erheblicher Kostenfaktor. Da der Arbeitsdurchmesser der Rundstrickmaschine und auch die Maschinenfeinheit der zur Verfügung stehenden Maschine nicht verändert werden kann, ist bei vorgegebener Warenspezifikation auch die Stoffbreite festgelegt.
Entsprechende konstruktive Voraussetzungen ermöglichen es nun, bei bestimmten neuen Baureihen in einfacher Weise den Strickkopf in bestimmten Durchmesserbereichen auszutauschen, wenn eine andere Maschinenfeinheit oder ein anderer Durchmesser für ein Produkt erforderlich ist. Dadurch lassen sich Maschinen effektiver nutzen und der Strickereibetrieb gewinnt an Flexibilität.
Ausblick
Klassische und modische Bekleidung
Der Zuwachs der Weltbevölkerung von zur Zeit 2 % wird auch einen weiteren Anstieg des Grundbedarfs an Textilien und Rundstrickware zur Folge haben.
Das Heranwachsen einer Mittelschicht in Asien, vor allem in den bevölkerungsreichen Ländern China und Indien, hat eine wachsende Kaufkraft zur Folge, die sich auch auf den Bekleidungssektor positiv auswirkt. Außerdem greift in diesen Ländern auch der Trend weg von der Tradition und hin zu westlicher Lebensart. Im Straßenbild treten kaum noch Uniformen oder Saris in Erscheinung. Die junge und mittlere Generation dieser Mittelschicht richtet sich in ihrem Verhalten zunehmend nach westlicher Lebensart aus. Modische Kleidung in hoher Qualität und ein ausgeprägtes Markendenken bestimmen das Erscheinungsbild. Diese hohen Ansprüche kann die lokale Textilindustrie heute weder in Vielfalt, Menge und Qualität erfüllen, noch hat sie Marken aufgebaut, deren Attraktivität und Prestige mit etablierten westlichen Marken vergleichbar ist. Die Entwicklungs- und Produktionsregie für solche Artikel im Oberbekleidungs-, Tag- und Nachtwäschebereich und damit auch im Rundstrickbereich wird deshalb noch für eine lange Zeit in westlicher Hand bleiben.
Asiatische Länder bieten deshalb als wachsende Exportmärkte positive Zukunftschancen.
Bei Business Wear zeigt sich der Trend zur Aufweichung der konventionellen/konservativen Kleidung zugunsten legerer und bequemer Kleidung besonders. Das Freitagshemd ohne Krawatte, natürlich elastisch, bequem und aus Rundstrickware hoher Qualität, ist ein erster Schritt. Es kann erwartet werden, dass in diesem Bereich in Zukunft noch ein großes Potenzial für rundgestrickte Maschenware schlummert.
Sport-, Freizeit- und Spezialbekleidung
Die ansteigende Lebenserwartung der Menschen wird sich fortsetzen und die wachsende Kaufkraft auch zu einem Teil in den Sport-, Freizeit- und "Wellness"-Bereich fließen, wo elastische, komfortable und tragefreundliche Maschenware auf Rechts/Links-, Ripp-, Interlock-, Futter-, Plüsch- und Plattierbasis für jede Anwendung ideale physiologische, physikalische und auch modische Voraussetzungen bietet.
Die Produkthaftung und schärfere gesetzliche Vorgaben zur Unfallverhütung werden einen stärkeren Bedarf an Schutzbekleidung nach sich ziehen. Die Rundstricktechnologie mit ihrer Flexibilität hinsichtlich der Verarbeitbarkeit unterschiedlicher Faserstoffe und Garnen ist geradezu prädestiniert, die für diesen Zweck geeigneten Stoffe herzustellen.
Medizintextilien
Medizintextilien sind zwar von der Menge her Nischenprodukte, erfordern aber eine lange Entwicklungs- und Erprobungszeit und eine sehr hohe gleich bleibende Qualität. Die steigende Lebenserwartung und neue Einsatzgebiete z.B. in der Transplantationstechnik eröffnen auch hier einen hoffnungsvollen Zuwachs in der Zukunft.
Heim- und Autotextilien
Rundstrickwaren im Home-Bereich werden heute als Betttextilien, Bezüge für Sitzmöbel und Dekorationsstoffe eingesetzt. Der Bedarf orientiert sich an der Zahl der Haushalte, dem Wandel der Lebensgewohnheiten und des Lebensstandards. Er ist länderspezifisch zwar sehr unterschiedlich, doch sind auch hier Steigerungen zu erwarten.
Plüsch
An Textilien und Maschenwaren für die Innenausstattung im Automobilsektor werden höchste Ansprüche an Qualität wie auch an eine stetige und zuverlässige Lieferfähigkeit gestellt. Der weltweite Automobilbedarf ist noch nicht gesättigt und eine weitere Steigerung der Produktion wird einen weiteren Bedarf an Rundstrickware mit sich bringen. Aufgrund der hohen Qualitätsansprüche werden diese Waren in Entwicklung und Produktion noch das westliche "Know how" erfordern und unter westlicher Regie produziert werden.
Neuartige Produkte rundgestrickt
Die Verarbeitung von keramischen wie metallenen Fasern oder Fäden war bisher vorwiegend der Webtechnik für unelastische Gitter oder Siebe etc. vorbehalten. Der Verarbeitung dieser Materialien mit textilen Technologien kommt in Zukunft eine stärkere Bedeutung zu. Die Gründe sind vielfältig: In der technischen Anwendung ergibt sich ein besserer Widerstand gegenüber höheren Temperaturen. Der zunehmende Elektrosmog erfordert in Zukunft verstärkte Maßnahmen der elektrischen Abschirmung. Zur Herstellung elektrisch leitfähiger, elastischer und verformbarer Flächen aus elektrisch leitfähigen Fäden bietet die Rundstricktechnologie sehr gute Voraussetzungen.
Drahtgestricke sind heute noch Nischenprodukte z.B. in der hochtemperaturfesten elastischen Aufhängung von Pkw-Katalysatoren oder als auswaschbare Filter bei Dunstabzugshauben, werden aber in Zukunft, auch in Kombination mit anderen Textilfäden, an Marktbedeutung gewinnen, weil sich Elastizität, hohe Temperaturbeständigkeit und Abschirmverhalten sehr einfach kombinieren lassen.
Marktnähe
Die Rundstricktechnologie ist heute in der Lage, viele unterschiedliche Fasern und Fäden zu vielfältigen Produkten mit unterschiedlichen Eigenschaften und mit kurzer Rüstzeit bei hoher Effizienz zu verarbeiten. Durch das breite Spektrum in der Anwendung bietet die Rundstricktechnologie sehr gute Voraussetzungen, auch in der Zukunft neue Materialien zu neuen Produkten zu verarbeiten, um damit die am Markt gefragten textilen Stoffe bereitstellen zu können. In der Bekleidung liegt die Rundstrickware aufgrund ihres Tragekomforts genauso im Trend, wie durch ihre hohe Flexibilität in Bezug auf aktuelle sich schnell ändernde Modevorgaben.
Die Bereiche Home-Wear und textile Materialien im Automobilbau bieten sicher noch interessante Zuwachsraten - nicht nur durch entsprechende Marktausweitungen, sondern auch durch den Austausch bisher eingesetzter anderer textile Verfahren. Und bei neuartigen Produkten mit keramischen bzw. metallenen Fasern oder Fäden kann die zukünftige Bedeutung der Herstellungstechnologie Rundstricken nur als Vision beurteilt werden. Doch eines lässt sich heute schon festhalten - die Möglichkeiten des Rundstrickens liegen längst jenseits der Grenzen, die noch vor wenigen Jahren Geltung hatten.
[ 1.08.2002 ]
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Rundstrickmaschine aus dem Jahr 1939
Single-Jersey produziert auf der Relanit 1.6 E
Relanit 1.6 E - Jacquard-Vollelektronik mit 3-Wege-Technik
Relanit 3.2
OVJA 1.6 ETR, vollelektronische Maschine mit Einzelnadelauswahl, Transfer und Ringel
MCTmatic: Automatische Einstellung von Qualitätsrad und Bandspannung
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