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Entwicklung und Zukunft der Rundstrickware
Die Relativ-Technologie - der aktuelle Single-Standard.

Das Prinzip des Rundstrickens zeichnete sich stets durch hohe Produktivität aus. Kurze Einstellzeiten und die kontinuierliche Kreisbewegung waren dabei entscheidende Vorteile. Allerdings - der Wunsch, eine Rundstrickmaschine immer schneller "drehen" zu lassen, stieß verständlicherweise an mechanische Grenzen.

Ein besonderes Problem stellte dabei die Anzahl der Garnumlenkungen und die damit verbundene Beanspruchung des Fadens in der Maschenbildungszone dar. Jede Fadenumlenkung erzeugt logischerweise Reibung und von der Anzahl der Garnumlenkungen hängt im wesentlichen die gesamte Garnbeanspruchung ab. Die Auswahl der Garnqualität wurde somit nicht nur von der zu erzielenden Stoffqualität, sondern auch von der Reißfestigkeit des Garnes bestimmt.

Das Garn - größter Kostenfaktor der Rundstrickerei.

Mit einer technisch hochwertigen Single-Jersey Rundstrickmaschine werden heute Garnmengen in einem Gegenwert von mehr als 500.000 EURO pro Jahr verarbeitet. Und schon immer war der Kostenfaktor Garn beim Rundstricken aufgrund der hohen Produktionsmengen von entscheidender Bedeutung. Gestrickfehler durch Fadenbruch waren deshalb von jeher genauso kontraproduktiv, wie z.B. der Einsatz höherer Garnqualitäten, die lediglich in der Reduzierung von Fadenbrüchen und nicht in den geforderten Stoffqualitäten begründet waren. Hier lagen Rationalisierungsreserven, die für die Entwickler eine echte Herausforderung darstellten.

Die Relativ-Technologie - der Durchbruch für reduzierte Garnbeanspruchung.

Anfang der achtziger Jahre kam die Idee der Relativ-Technologie auf. Ziel dieser Idee war es, aufgrund der relativen Bewegung der Platine zur Nadel die Garnumlenkpunkte und somit auch die Garnbeanspruchung zu reduzieren. Der deutsche Rundstrickmaschinenhersteller Mayer & Cie. erkannte die immensen Möglichkeiten, die in dieser Idee steckten, erwarb die Lizenzrechte und entwickelte die Relativ-Technologie zur Serienreife. Auf der ITMA Paris 1987 wurde von Mayer & Cie. die erste Rundstrickmaschine mit der neuen Technologie als Relanit 1 vorgestellt - eine Rundstrickmaschine mit einer Nadelsorte für R/L und R/L plattiert. Hat die konventionelle Single-Technik in der Maschenbildzone bis zu acht Umlenkungspunkte für das Garn, kommt die Relativ-Technik gerade mit der Hälfte, also 4 Umlenkungspunkten aus. Das Garn wird so wesentlich weniger beansprucht. Mit zwischenzeitlich knapp 5.000 in den Markt gelieferten Maschinen, avancierte sie zur aktuell meistverkauften Rundstrickmaschine der Welt.

Reduzierte Garnkosten durch die Relativ-Technik.

Garnkosten lassen sich mit der Relativ-Technik deutlich senken. Zum einen können einfachere Garnqualitäten bei allen Relanit-Maschinen problemlos verarbeitet werden. Das spart bereits erhebliche Garnkosten. Doch auch der Garnabfall wird wesentlich reduziert. Mit der Relativ-Technik produziert man deutlich weniger Fehler im Gestrick und weniger Fadenbruch heißt auch weniger Löcher.

Konstruktionsbedingt werden auch Ölflecken im Gestrick weitestgehend vermieden. Da eine Relanit-Rundstrickmaschine keinen separaten Platinen- und Platinen-Schlossring besitzt, fällt der beim Stricken unvermeidliche ölige Flaum nach außen und kommt so nicht mehr mit dem Gestrick in Berührung.

Die Relativ-Technik macht sich bezahlt.

Die etwas höheren Investitionskosten für eine Relanit-Rundstrickmaschine amortisieren sich rasch. Untersuchungen aus der Praxis zeigen, dass eine herkömmliche Single-Rundstrickmaschine im Durchschnitt 5 Fehler pro Stunde verursacht, wobei man grob sagen kann: 3 Fehler durch Löcher, also Fadenbruch, und 2 Fehler durch Ölflecken im Gestrick. Mit der Relativ-Technik - so Untersuchungen mit Relanit-Maschinen - hat man maximal 1 Fadenbruch pro Stunde und Ölflecken durch Flaum sind praktisch ausgeschlossen. Rechnet man pro Fehler mit 0,5 Meter Abfall, so hat die Strickerei mit einer Relanit in jeder Stunde ca. 2,0 Meter Abfall weniger. Auf das Jahr umgerechnet summieren sich da schnell Tausende von EURO. Hinzu kommen nur etwa 20 % der durch Fehler verursachten Stillstandszeiten im Vergleich zu herkömmlichen Single-Maschinen, wodurch die Produktivität genauso gesteigert wird, wie durch die Möglichkeit höherer Geschwindigkeiten aufgrund geringerer Garnreibung in der Maschenbildungszone. Zusammenfassend lässt sich nach 15 Jahren praktischer Erfahrung mit der Relativ-Technologie behaupten, dass diese Entwicklung die Rundstrickereien entscheidende Vorteile in der Qualität der gestrickten Ware wie auch in der Produktivität gebracht hat.

Das aktuelle Angebot an Rundstrickmaschinen mit Relativ-Technik. Heute hat die Strickerei eine große Auswahl an Single-Maschinen mit Relativ-technik. Mayer & Cie. bietet die Relanit 1.6 mit 1,6 Systemen pro Zoll sowie die Vollelektronik 1.6 E, jeweils mit 30- und 34- Durchmesser. Beide Maschinenreihen haben volle 3-Wege-Technik und sind auch mit Ringeleinrichtung als Relanit 1.6 R und 1.6 ER zu haben. Ringel in Verbindung mit Relativ-Technik hat den Vorteil, dass nichts den freien Blick und Zugang zur Nadelfontur verbaut. So lässt sich einfach und sicher arbeiten.

Hohe Systemzahl und damit Leistung bietet die Relanit 2.4 E als Vollelektronik (72 Systeme bei 30- Durchmesser) und die Relanit 3.2 als mechanische Maschine mit 96 Systemen bei 30" Durchmesser und bis zu 45 U/min. Die Relanit 3.2 ist die leistungsstarke und vielseitige Single-Maschine in Relativ-Technologie schlechthin - gewissermaßen eine Relanit "für alle"!

Speziell für den Einsatz von Synthetikgarnen gibt es die Relanit 3.2 II - die für Baumwolle in Standard auf Lücke arbeitet. Bei speziellen Anforderungen mit modischen Synthetikgarnen und Elastomeren kann jedoch ein Fadenführer vor der Nadelkurve eingesetzt werden.

Die Relanit SE bietet als Jacquard-Maschine mit elektronischer Mustereinstellung Mini-Jac auf Knopfdruck und hat z.B. 72 Systeme bei 30- Durchmesser.

Seit Jahren war die Relanit E der Single-Standard für R/L-Jacquard-Strukturbindungen - mit elektronischer Einzelnadelauswahl. Heute setzt die Relanit 2.4 E (30"/72 Systeme) als Nachfolgemodell die Maßstäbe in Qualität und Mode, ist sekundenschnell auf neue Muster umgestellt und strickt fehlerfrei mit hoher Leistung.

Durch die breite Palette an Relanit-Maschinentypen gibt es heute praktisch für jeden Einsatzfall eine maßgeschneiderte Lösung – zu Investitionskosten, die sich hervorragend rechnen, weil sich diese sehr schnell amortisieren.


[ 10.09.2002 ]


Weniger Fadenumlenkpunkte reduzieren die Garnbeanspruchung erheblich
 
Direkter Blick zur Fadenführerbohrung bei der Relanit. Kein Blick zur Fadenführerbohrung, Störungen werden erst im Gestrick erkannt.
 
Ein vorbildlicher Arbeitsplatz auch bei Ringel: Nichts verbaut den freien Blick und Zugang zur Nadelfontur.
 
Die Relanit 3.2 ist in Qualität und Leistung hochproduktiv, gewissermaßen die Relanit für "Alle".
 
Vollelektronik mit elektronischer Einzelnadelauswahl - die Relanit 1.6 E ist die Single-Jersey-Maschine die mit der Mode geht.
 
Die Weiterentwicklung der ersten Rundstrickmaschine der Welt mit Relativ-Technologie und elektronischer Einzelnadelauswahl ,der Relanit E, ist die Relanit 2.4 E. Sie ist heute der Maßstab für Qualität und Stoffdesigns.
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